Top
Sichtreise / Blog  / Facebook, AGBs und andere Irrtümer

Facebook, AGBs und andere Irrtümer

Facebook ändert wieder mal seine AGBs. Wie bereits auch schon im Jahre 2012. Und wie auch schon damals, glauben User dieses Netzwerks, dass sie diesen AGBs durch posten von Statusmeldungen widersprechen können.

Das ist allerdings ein Irrtum.
Man kann den AGBs nicht einfach widersprechen. Schon gar nicht durch eine Statusmeldung. Dies wird in den AGBs insbesondere unter Punkt „14 Änderungen“ klargestellt:

3. Deine weitere Nutzung von Facebook nach Änderungen an unseren Bedingungen bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen.

Wer dies NICHT akzeptieren möchte; immerhin hat ja jeder diese Freiheit; der MUSS sein Konto löschen. Es gibt übrigens auch eine eigene Facebook-Seite wo du deine Fragen und Bedenken äußern kannst: https://www.facebook.com/fbsitegovernance

Grundsätzlich unterliegen viele User dem Irrtum, dass stets ihre ganzen Inhalte ihrer Kontrolle unterliegen. Doch ist dem wirklich so? Schauen wir uns die AGBs von Facebook doch mal genauer an (du kannst die AGBs die übrigens sehr sehr verständlich geschrieben sind, jederzeit unter diesem Link https://www.facebook.com/legal/terms abrufen)

Punkt 2 – Teilen deiner Inhalte und Informationen
Dir gehören alle Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest. Zudem kannst du mithilfe deiner Privatsphäre- und App-Einstellungen kontrollieren, wie diese geteilt werden. Außerdem gilt:
1. Für Inhalte wie Fotos und Videos, die unter die Rechte am geistigen Eigentum fallen (sog. „IP-Inhalte“), erteilst du uns durch deine Privatsphäre- und App-Einstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst, außer deine Inhalte wurden mit anderen Nutzern geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.

Das heißt auf Dummy-deutsch: Das was du postest ist dein Kaffee. Du kannst auch Lizenzrechte verletzten, gegen geltendes Recht verstoßen… was auch immer. Es ist dein alleiniger Kaffee. Und das bleibt er auch… bis Leute diesesn Kaffee Liken oder Teilen. Denn dann hast du diesen Kaffee zur weiteren Verwendung an Facebook übertragen, wobei DU aber als Eigentümer herangezogen werden kannst.

2. Wenn du IP-Inhalte löschst, werden sie auf eine Weise entfernt, die dem Leeren des Papierkorbs auf einem Computer gleichkommt. Allerdings sollte dir bewusst sein, dass entfernte Inhalte für eine angemessene Zeitspanne in Sicherheitskopien fortbestehen (die für andere jedoch nicht zugänglich sind).

Dies geht Hand in Hand mit Punkt 1. Du kannst alles posten… gegebenenfalls auch löschen. Aber sei dir bewußt, dass all die Dinge verteilt werden können. Und verteilte Informationen unterliegen nicht mehr deiner Kontrolle, können aber auf dich zurückgeführt werden. Und das Beispiel mit dem Papierkorb auf dem PC finde ich auch treffend… denn bei diesem glauben auch 90% der PC-Anwender “Was gelöscht ist, ist gelöscht”. Was übrigens auch ein Irrtum ist.

4. Wenn du die Einstellung „öffentlich“ bei der Veröffentlichung von Inhalten oder Informationen verwendest, können alle Personen, einschließlich solcher, die Facebook nicht verwenden, auf diese Informationen zugreifen, sie verwenden und sie mit dir (d. h. deinem Namen und Profilbild) assoziieren.

Bedeutet auf gut deutsch: Wenn du Inhalte per “Öffentlich” teilst, dann sind diese auch öffentlich. Man kann sie in Suchmaschinen finden, oder sonst wo abrufen.

5. Wir begrüßen grundsätzlich dein Feedback sowie deine Anregungen bezüglich Facebook. Du verstehst jedoch, dass wir diese verwenden können, ohne verpflichtet zu sein dich dafür zu entschädigen (ebenso wie du nicht verpflichtet bist, uns diese anzubieten).

Und dieser Absatz bedeutet: Egal was du gegen die AGBs oder Richtlinien von Facebook hast, die Regeln bestimmen sie, nicht du. Oder sonst irgendeine Statusmeldung.

Spannend oder… die AGBs sind natürlich noch viel umfangreicher. Aber bereits der erste Abschnitt ist den meisten Benutzern dieses Netzwerks vollkommen schleierhaft. Insofern sollte man sich genau überlegen, was man auf Facebook tut. Denn gepostet ist gleich mal was…. gelöscht wohl nicht mehr so schnell. Dieser Artikel darf übrigens weitergegeben werden.

Weitere Links zu dieser Thematik und vielen weiteren Beispielen bzw. Diskussionen zu diesem immer wiederkehrenden Thema. Hast du auch Links zu dieser Thematik oder möchtest deinen Senf loswerden, so verwende doch bitte die Kommentarfunktion dieses Artikels (etwas weiter unten).