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Vergleich WhatsApp vs. Twitter

Bei der Einführung von Twitter, gab es den Gedanken möglichst viel Inhalt/Nutzen innerhalb von 140 Zeichen zu verpacken. Wem das zu wenig war, konnte auch noch via Link auf seine eigene Seite verweisen. Soweit so gut. Wenn man es aus kommerzieller Sicht betrachtet, dann kann man damit interessante Kommunikationswege aufbauen, wie z.B.

  • Neue Produkte oder Service vorstellen
  • Kundensupport leisten
  • über Ausfälle oder Beeinträchtigungen informieren
  • über wichtige Termine und Anmeldeinformationen informieren
  • und vieles mehr, dass mit Tags, Bilder, Links und kurzen Zusatzinformationen verbreitet werden soll

Darüber hinaus hat Twitter im Jahr 2017 die Grenze von 140 Zeichen aufgelöst. Sprich man hat nun mehr Freiheiten, relevante Informationen zu verbreiten.

Dann kam Polly… ähh WhatsApp

WhatsApp ist eine MessagerApp von User zu User. Ähnlich wie SMS, nur eben in Farbe und mit Bildern… und mit Gruppen. Doch bevor wir auf die oben erwähnten Punkte im Vergleich zu Twitter eingehen, mal eine kurze Information was WhatsApp eigentlich ist und wie man diese BroadcastFunktion für sich nutzen kann, damit man eben „mehrere“ User ansprechen kann.

First of all… laut AGBs von WhatsApp ist die Nutzung dieses Dienstes nur für die private Nutzung vorgesehen. Das heißt, nur weil immer mehr Firmen einen Trend verfolgen, sich auf dieser Plattform um Kunden zu kümmern, heißt das noch lange nicht, dass das auch seitens WhatsApp gedeckt und erlaubt ist. Im Gegensatz zu Twitter.

Damit man nun mehrere Empfänger erreichen kann, gibt es unter WhatsApp so genannte Broadcast-Listen. Nicht zu verwechseln mit den WhatsApp Gruppen. Folgende Unterschiede gibt es dazu:

Broadcast-Liste Gruppen-Chat
Nur der Broadcast-Betreiber sieht alle Mitglieder der Liste Die Mitglieder der Gruppe können sich gegenseitig sehen und kontaktieren
Nur der Broadcast-Betreiber sieht die Telefonnummern und Profile der Mitglieder Die Telefonnummern und Profile sind für alle Gruppenmitglieder sichtbar
Broadcast-Nachrichten erscheinen als normale Privatnachricht Gruppen-Nachrichten werden im GruppenChat angezeigt
Nur der Broadcast-Betreiber sieht die Antworten der Mitglieder (in einem eigenen Chatfenster) Antworten sind für alle im Gruppenchat sichtbar

Vorbereitung

Bevor man nun mit WhatsApp einen Broadcast betreiben kann, muss man folgende Schritte bedenken/vornehmen:

  1. Du musst ein mobiles Endgerät und dessen Telefonnummer festlegen, von dem aus der Broadcast betrieben wird. Einmal festgelegt, kann man diese Nummer nicht mehr ohne weiteres ändern.
  2. Die oben erwähnte/festgelegte Nummer muss nun an die gewünschten Empfänger kommuniziert werden. Wichtig: Die Teilnehmer müssen diese Handynummer in ihrem Adressbuch abspeichern, um Broadcast-Nachrichten zu erhalten.
  3. Du musst nun eine Broadcast-Liste erstellen und die gewünschte Teilnehmer hinzufügen (oder entfernen).
  4. Es ist verdammt wichtig, dass dabei auch das rechtlich vorgeschriebene Opt-in eingehalten wird. Sprich, du musst jeden Teilnehmer dazu auffordern den WhatsApp-Broadcast-Empfang z.B. mit Versand des Wortes “Start” oder ähnlichem, aktiv zu bestellen bzw. zu bestätigen. Erst dann (!) darfst du den Teilnehmer zu der Liste hinzufügen. Ebenso sollte auch das Opt-out funktionieren, sprich wünscht der Teilnehmer keinen Empfang mehr, z.B. durch den Versand des Wortes „Stop“, musst du diesen unverzüglich aus der Liste entfernen. Da hier kein Mechanismus vorhanden ist, muss dies natürlich manuell durchgeführt werden.

Natürlich kann man dann auch alle Funktionen via WhatsApp-Web durchführen.

Soweit so gut…

Wie sehen die oben erwähnten Schritte für einen „Twitter“-Broadcast aus?

  1. Du musst dir einen Twitter-Account anlegen, der deine Firma/Service am besten repräsentiert
  2. Dann musst du klarerweise deinen Account etwas promoten, damit der Account-Name bei deinen Kunden auch bekannt ist (sofern er sich nicht von selbst promotet)
  3. Alles was du twitterst, können entweder alle Twitter-Nutzen sehen, oder nur jene, die du dafür freigeschaltet hast (denn die wenigsten wissen, dass man einen Twitter-Account auch einschränken kann)
  4. Das Opt-In oder Opt-Out übernimmt der Twitter-benutzer selbst.

Doch… was ist nun besser?

Verbreitung

Twitter: Wird als oft als Nerd-Feature angesehen. Gerade in der „älteren“ Generation weigert man sich, das Potential genau zu betrachten

WhatsApp: Hat quasi nahezu jeder Handybesitzer. Auch wenn der Datenschutz sehr fragwürdig ist.

 

Bedienung

Twitter: Da man sich bei Twitter mit einer E-Mail Adresse und einem Passwort, sowie der Installation um eine weitere App auseinandersetzen muss, finden es viele Anwender mühsam.

WhatsApp: WhatsApp läuft via App-Installation. Man muss sich um nichts kümmern.

 

Schreiben

Twitter: Man kann Nachrichten mit Bildern, Videos, Links und Hashtags versenden. Entweder 1:1 (über Direktnachricht) oder 1:Alle (wobei man hier auch noch zwischen „öffentlich“ und „benutzerdefiniert“ unterschieden kann

WhatsApp: Auch hier kann man Nachrichten mit Bildern, Video und Links versenden. Entweder auch via 1:1 oder 1:Gruppe

 

Lesen

Twitter: Die Timeline ist mit den Dingen befüllt, die man abonniert hat. Sprich, welchen Twitter-Accounts man folgt. Zusätzlich gibt es von Twitter noch Push-Benachrichtigungen, das heißt man kann Twitter so konfigurieren, dass man auf dem Handy eine Benachrichtigung erhält, wenn ein bestimmter Account oder ein bestimmter Hashtag von den Accounts denen man folgt, gepostet wurde. Auch das wissen leider nur wenige Benutzer und sind dann entweder „überfordert weil da so viel gepostet wird“ oder „genervt, weil man von seinen wichtigsten Accounts oder Interessen keine Information erhält“. Das Lesen erfolgt dabei chronologisch, mit der Möglichkeit nach Accounts, Nachrichtenverlauf oder Hashtags zu filtern.

WhatsApp: Von WhatsApp bekommt man stets eine Benachrichtigung, man muss Accounts/Gruppen aktiv stummschalten, wenn man das nicht mehr möchte. Das Lesen erfolgt dabei chronologisch.

 

Fazit

Wer diesen Artikel bis jetzt aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben, dass ich eine Tendenz zu Twitter aufzeige. Nicht zu unrecht. Twitter nimmt mir in der Administration mit den Nutzern viel Arbeit und rechtliche Bedenken ab. Der Nutzer muss sich selbst darum kümmern, ob er Informationen von mir erhalten will und auch ob er dazu eine Benachrichtigung wünscht. Im Bedarfsfall kann ich die Kommunikation zu dem Nutzer auch in eine 1:1 Ebene übertragen (Direktchat). Alle Nachrichten sind zudem in meiner Timeline abrufbar, möchte ich das als Betreiber des Accounts nicht, dann muss/kann ich die Timeline bereinigen in dem ich z.B. alle Beiträge die älter als 30 Tage sind, lösche.

 

WhatsApp benötigt eine hohe Administration bei der Pflege/Wartung der Broadcast-Liste. Auch das Hinzufügen der Absendetelefonnummer in die Kontaktliste um Broadcast-Nachrichten zu erhalten, finde ich persönlich als merkwürdig. Denn in meiner Kontaktliste sollten eigentlich nur meine Kontakte abgespeichert sein, deshalb ja auch der Name „Kontaktliste“. Zudem erkenne ich persönlich keinen Vorteil einer WhatsApp Nachricht, außer dass diese beim vielleicht 10ten Mal als nervig erachtet wird, wenn diese wieder keine relevanten Informationen für mich bereitstellt. Doch mit stummschalten ist es dann auch nicht getan, da man dann ja gar keine Benachrichtigung mehr von diesem Broadcast erhält.

 

Ich orte demzufolge einen; für mich eher schwachsinnigen; Trend das Firmen sich plötzlich als „trendig“ sehen wollen und einen WhatsApp Service zum Kunden anbieten, der so gesehen keinen Nutzen sondern wohl früher oder später (aber wohl eher früher) einen Nervfaktor bietet. Zudem muss man sich eines im Klaren sein: Bei Twitter gibt es nur einen Benutzernamen (den man selbst frei wählen kann), bei WhatsApp hat jedoch der Betreiber des Dienstes Zugriff auf die Telefonnummer. Und wer sagt, dass man diese nicht Googlen oder vielleicht einfach mal Anrufen kann?

Übrigens: Die Telefonnummer ist laut Datenschutzgesetz (DSG) und der kommenden DSGVO (EU-Datenschutz-Grundverordnung) personenbezogen. Sprich diese gehören so gespeichert, dass man nicht ohne weiteres einen Bezug zu dem jeweiligen Menschen dahinter schließen kann. Ganz abgesehen davon, dass man solche Daten auch nicht einfach erfragen oder speichern darf, sofern es keinen Anlass bzw. eine Notwendigkeit dazu gibt.

 

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RonnyDee
RonnyDee"Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du bekommen, was du immer bekommen hast"
Ich blogge hier über alle Themen mit denen ich in Berührung komme. Möchtest du wissen, warum ich so denke was ich schreibe, dann findest du unter "Über mich" mehr Informationen über mich und mein Leben
1 Comment
  • Wolfgang

    Vielen Dank für deine Recherche. Wir planen nämlich für unsere Kunden einen Newsletter-Ersatz und dachten primär nur an WhatsApp. Allerdings gehen unsere Gedanken nun eher zu Twitter. Vielen Dank nochmals, bG

    5. Februar 2018 at 17:57 Antworten

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