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Was kann WhatsApp Business?

Was kann WhatsApp Business?

Gibt man „whatsapp business“ in Google ein, dann wird man mit hochlobenden Schlagzeilen von Blogs oder Computerzeitschriften erschlagen.  Es scheint so, dass alle darauf gewartet haben, aber keiner weiß so richtig warum und was diese App überhaupt kann. Mich hingegen beschäftigt sogar noch eine weitere Frage: „Wozu braucht man das bitte?“

Laut https://www.whatsapp.com/business/ ist diese App speziell für Eigentümer von Kleinunternehmen entwickelt (O-Ton von WhatsApp). Es soll die Kommunikation mit dem Kunden kinderleicht machen und Nachrichten automatisiert und schnell versenden, Unternehmensprofile anbieten und Statistiken liefern. Soweit so gut.

Fakt ist, dass jedoch große Firmen auf den Zug aufspringen, weil sie genug Personal und Abteilungen dafür haben, die sich mit dieser App beschäftigen und spielen können. Ich persönlich kenne kein (!) Kleinunternehmen, das die Zeit und auch die Ressourcen hätte, irgendwelche Energien in diese App zu investieren. Und hätte dieses Kleinunternehmen Zeit und Energie dafür, dann liefe doch womöglich irgendetwas falsch.

Stimmt nicht? Zu negativ?

Gut, brechen wir es halt runter. Im Jahre 2018 sollte ein Unternehmen für erfolgreichen Kundenkontakt folgendes besitzen:

  • Eine professionelle, aktuelle und datenschutzkonforme Webseite mit Kontaktinformationen, Leistungsumfang, Support für Produkte und Dienstleistung und im besten Fall einen Online Shop
  • Ist Punkt 1 erfüllt, sollte man sich, je nachdem welcher Markt bedient wird (B2C oder B2B (siehe meinen Blogeintrag „Warum sich Firmen aus den sozialen Netzwerken zurückziehen sollten“)) über eine Startegie via sozialer Netzwerke Gedanken machen. Allerdings mit entsprechenden Abläufen und auch Mut.
  • Ist Punkt 1 (und ggf. Punkt 2) erfüllt, dann kann man seine aktuellen News und Support (sofern es das gibt) auf Twitter verteilen, da Twitter ein sehr mächtiges Push-Nachrichtennetzwerk ist, das sehr unterschätzt wird (siehe dazu meinen Beitrag „WhatsApp vs Twitter)
  • Sind diese Punkte alle soweit abgedeckt oder analysiert, dann sollte man sich mit der Frage beschäftigen „Wie zufrieden sind meine Kunden mit mir?“ – auch als NPS-Frage bzw. Net-Promoter-Score Frage bekannt
  • Ist man hier auf einem NPS-Wert von über 60%, dann kann man sich quasi zurücklehnen und die Firma für sich arbeiten lassen… und mit WhatsApp Business beschäftigen

Die meisten Firmen (egal welcher Größe) kommen aber nicht mal über Punkt 1 hinaus.

Weil entweder zu viele Köche den Brei verderben (Marketing, IT-Abteilung, etc.) oder kein KnowHow oder noch schlimmer, kein Budget vorhanden ist. Somit versucht man verzweifelt über irgendwelche sozialen Netzwerke an Kunden zu kommen und mit ihnen zu kommunizieren, weil Blogs und IT-Zeitschriften einen das so einreden wollen. Doch mal ehrlich, wie viele Blogger oder Redakteure besitzen eine eigene Firma?

Also, zurück zur Ursprungsfrage „Was kann Whats App Business“?

Es kann ihnen viel Zeit stehlen und nach 2-3 aufdringlichen Nachrichten an ihre Kunden, diese auch vergraulen. Wieso kommunizieren sie nicht lieber direkt mit ihren Kunden, wenn sie im Geschäft oder bei ihren Verkäufern sind? Dann würden sie viel mehr über deren Wünsche, Anforderungen und Sorgen erfahren. Aber natürlich können sie auch auf ihre Marketing-Abteilung hören, die ihnen diese App wie eine Extra-Wurstsemmel mit Extragurken verkauft. Denn die App kostet ja nichts und es liegt voll im Trend.

Es gilt nur abzuwarten bis der erste Kunde ein Burnout von allen Werbeflyern, Anzeigen, WerbeMails und WhatsApp Nachrichten bekommt. Denn… man kann es auch übertreiben!

 

 

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RonnyDee
RonnyDee"Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du bekommen, was du immer bekommen hast"
Ich blogge hier über alle Themen mit denen ich in Berührung komme. Möchtest du wissen, warum ich so denke was ich schreibe, dann findest du unter "Über mich" mehr Informationen über mich und mein Leben
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