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JPEG und RAW – Ein Quervergleich

Wenn man sich etwas näher mit Fotografie oder Bildbearbeitung auseinandersetzt, dann wird man bald einmal auf die Bildformate JPEG (oder JPG) und RAW stossen. Neben den Formaten TIFF, GIF und PNG sind dies die zwei bekanntesten Formate, die man bei diesen zwei Themen vorfindet. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen Formaten? Warum kann man überhaupt so eine Einstellung treffen, wenn man ja gar keinen sichtbaren Unterschied bei den Fotos erkennt? Und warum kann man RAW Fotos nicht bequem auf jeden Smartphone oder Laptop ansehen?

Der Unterschied

JPEG ist ein Format, dass es erlaubt während dem Abspeichern bereits Optimierungen (meist automatsich durch die Kamera) vorzunehmen. Dies drückt sich am ehesten im Speicherplatzbedarf aus. Ein recht großes Foto von z.B. 1600×1200 Pixel hat so ca. eine Größe von 2-3 MB auf dem Datenträger. Das ist recht praktisch, wenn man eine Speicherkarte besitzt, dessen Größe sehr begrenzt ist. Zudem ist JPEG ein Format, dass nehzu von allen möglichen Endgeräten korrekt verarbeitet wird. Sprich du kannst ein JPEG Foto auf dem Samrtphone, auf dem Windows- oder Linux PC, auf einem Macintosh und sogar über Fernseher ohne weiteres betrachten.

RAW ist ein Format, dass das Foto nahezu unkomprimiert und mit viel mehr Bildinformationen abspeichert. Diesen “Luxus” bemerkt man ebenfalls im Speicherbedarf, der bei einem 1600×1200 Pixel großen Bild anstatt 2-3 MB eher 20-40 MB benötigen kann. Also mehr als 10x so viel wie im Format JPEG. Da es auch ein herstellerspezifisches Format ist, sprich dieser kann das Format nach seinen Bedürfnissen anpassen, können Endgeräte wie oben aufgezählt, dieses Format nicht ohne Zusatzsoftware oder Plugins verarbeiten. Ganz abgesehen davon, dass sich ein Smartphone beim Öffnen eines 30MB großen RAW-Bildes wohl verabschieden würde.

Vorteile und Nachteile

JPEG hat meines Erachtens nur zwei Vorteile: Es kann von jedem Endgerät interpretiert werden und es benötigt wenig Speicherplatz. Ende. Die Nachteile von JPEG sind sehr gravierend, wenn man Fotos bearbeiten möchte. Bildinformationen sind nur im geringen Ausmaß vorhanden, sprich bearbeitet man ein JPEG Bild, dann wird man feststellen, dass die Kanten öfters verpixeln und das Bild mit jedem Speichervorgang irgendwie an Qualität verliert. Dies hängt damit zusammen, dass jedes Bildbearbeitungsprogramm ein JPEG-Bild mit jedem Speichervorgang neu komprimieren möchte. Doch Vorsicht: Diesen Qualitätsverlust merkt man nicht so einfach durch das Betrachten des Bildes, sondern durch gezieltes Auslesen von Bildinformationen. Wer jetzt also sagt, er hätte sein JPEG Bild 100x abgespeichert und das 100ste sieht genauso aus wie das erste Bild, dann hat er damit auch recht.

RAW hat “nur” für den Bildbearbeiter und Fotografen erhebliche Vorteile. Das Bild ist im Nachhinein so gut wie in allen Richtungen ausbaufähig. Sprich man kann durch das Format RAW die Bildinformationen beim Nachbearbeiten viel besser und viel einfacher ausnutzen. Ein Selbstversuch wird das bestätigen: Öffne ein JPEG Bild und ändere die Tonwertinformationen, sowie diverse Bereiche. Es wird viel mehr Mühen und Zeite kosten, diese Bearbeitung “zu vertuschen”. Bei einem RAW Bild sind diese Bearbeitungen bequemer, da dafür viel mehr Informationen vorliegen, als bei einem JPEG Bild.

Fazit

Wer “nur” Fotos für sich und seine Bekannten und Kollegen macht, sowie dabei nicht viel mit einer Nachbearbeitung am Hut hat, der ist mit JPEG guter Dinge. Zumal man auch den Speicherplatzbedarf getrost ignorieren kann. Wer allerdings Fotos aufpeppen und verändern möchte, sollte her zum Format RAW greifen, da die Möglichkeiten für den erwarteten Erfolg größer sind. Und ganz nebenbei: Ein RAW Bild kann man auch jederzeit als JPEG abspeichern. Umgekehrt wirds schon schwieriger 🙂

Weiterführende Links

photo credit: Bugsy Sailor via photopin cc