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IT-Sicherheit ist was für Anfänger

Ich falle diesmal aus meiner Mittwochregel. Warum? Weil das hin und wieder mal sein muss und es mir irgendwie in den Finger juckt, damit ich dieses Thema loswerde. Es geht, wie ja schon im Titel ersichtlich ist, um das Thema IT-Sicherheit. Mein vorheriger Blog-Artikel “Ganz entspannte Privatsphäre” hat sich ja bereits mit Privatsphäre und IT-Sicherheit auseinander gesetzt. Doch ich habe das Gefühl, dass das Ganze nicht richtig angekommen ist. Also hole ich mal etwas aus…

“IT-Sicherheit” und “Privatsphäre” sind zwei Schlagwörter die für den Ottonormalverbraucher auch nach so langer “Internetzeit” nach wie vor nicht zusammenpassen. Das war vor 10 Jahren schon so, als ich in einem großen Callcenter eines österreichischen Providers arbeitete, und das ist auch noch heute so, wenn ich mindestens einmal in der Woche mit einer “Passwörter gestohlen” Schlagzeile konfrontiert wurde.

Hin und wieder frage ich mich ernsthaft, ob die vermeitlichen Hacker wirklich Passwörter gestohlen haben, oder einfach nur ein Excel mit den typischen Standardpasswörtern angewendet und die jeweiligen Treffer als Erfolg verzeichneten. Wie… Standardpasswörter?

Ja, es gibt so genannte Standardpasswörter. Jeder hat sicher eines und jeder benutzt sicher zwei. Sei es das Geburtsdatum von einem selbst, der Jahrestag der Partnerschaft, das Operationsdatum der Blinddarmentfernung, das Datum der neuen Zahnspange, die erste Telefonnummer, das erste KFZ-Kennzeichen, die Bierflaschen die pro Woche in Litern verzerrt werden, der Strassenname in dem man zurzeit wohnt und so weiter und so fort.

[dropcap ]J[/dropcap]etzt könnte man sich denken… aber meine Wohnadresse kennt ja niemand, also ist es auch kein Standardpasswort. Richtig. Meinen Hausschlüssel hat auch niemand, also ist es auch kein Standardschlüssel. Trotzdem kann ein Schlüsseldienst, ein Einbrecher oder ein Mac Gyver jederzeit meine Wohnung ohne meinen Schlüssel betreten. Klingt komisch… ist aber so. Und wenn jemand über Google ein wenig nachforscht, so findet er gewiss auch Daten über deine Wohnadresse, oder deine E-Mail Adresse oder deinen Geburtstag, usw.

Soweit zur Sicherheit von Passwörtern (und Haustürschlüsseln).

Doch was hat das mit IT zu tun?

Ein Freund von mir hat unlängst zu mir gsagt: “Ich habe mich auf Facebook angemeldet, weiß zwar mein Passwort nicht mehr und wenn das Konto jemand hackt, dann soll er doch tun was er will. Es stehen ja eh keine Informationen von mir dort drin.”

Soweit die Theorie.
Doch spannen wir den Bogen etwas weiter: Nehmen wir an, der besagt Freund löscht sein Konto nicht (da er es ja eh nicht benötigt und abgesehen davon auch das Passwort nicht mehr weiß), hat aber einige bestätigte Kontakte bzw. kennen viele Personen sein Konto (auch ohne Freundschaftsanfrage) und wissen nicht, dass dieses Konto gar nicht mehr aktiv genutzt wird. Ein Hacker könnte sich somit Zugang zu diesen Personen vie Nachrichten verschaffen, da ja eine “Vertrauensbasis” besteht (tatsächlich schon öfters passiert). Diese Basis kann dann für Informationsbeschaffungen, Zugang zu anderen Netzwerken (da ja meist die gleiche E-Mail Adresse verwendet wird), Rufschädigungen, und vieles mehr mißbraucht werden.

[dropcap ]U[/dropcap]nd NEIN, er ist davon nicht ausgenommen. Jedes Konto, jeder Datensatz im Internet der auf mich in irgendeiner Art und Weise zurückzuführen ist, birgt ein Risiko. Das wird in unserer Zeit so sehr unterschätzt, dass eben Datendiebstahl keine Einzelfälle sind, sondern ein Massenphänomen.

Und der Thermen-Artikel?

Tja, der Thermenartikel “Ganz entspannte Privatsphäre” baut im Grunde genommen auf dasselbe Problem auf. Nur geht es dabei nicht um einen Hacker, sondern um die Gewohnheit an Videokameras. Ich bekam einiges an Feedback bezüglich dieses Artikels, wobei die meisten Leute meinten “Warum regt dich das auf? Das ist doch ganz normal. Warum sollte ich mir da Sorgen machen?

Nun… im Grunde genommen macht es mir auch nichst aus, wenn man mich filmt. Sofern es der Sicherheit dient. Aber das tut es in diesem Fall nicht. Es trägt lediglich dazu bei, dass man sich an Videokameras immer mehr gewöhnt. Man findet sie vollkommen normal. Man stelle sich das einmal vor 15-20 Jahren vor. Und durch diese Gewohnheit ist es für uns auch ganz “normal” dass wir auf Schritt und Tritt beobachtet und rückverfolgt werden können. Jeder Mensch. Ganz egal ob er kriminell oder unbescholten ist, egal ob In- oder Ausländer, egal ob Frau oder Mann. Und spätestens durch Google Glass und dessen Funktion (nämlich der aktiven Gesichtserkennung und der Abgleichung mit Profilen und Fotos/Videos im Internet) sollte doch langsam aber sicher klar sein, welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben, oder?

Große Firmen sammeln diese Daten, sie bringen jeden Aufenthalt, jede Uhrzeit, jeden Ort mit dir in Verbindung. Andere Firmen können durch den Einwurf kleiner Münzen auf diese Daten zugreifen (und wenn jetzt einer sagt “He, das dürfen die aber nicht”… who cares?!). Insofern kann man auf jede Person eigenen Kreditzinsen kalkulieren… schmeisst du dein Geld beim Fenster raus, weil deine Kreditkarte jeden Monat glüht und du in teuren Schuppen gefilmt worden bist… perfekt, dein Kreditzins ist doppelt so hoch als jener, der sparsam lebt. Aber dafür bekommst du ihn auch schneller (weil sich ja andere an dir bereichern wollen). Du gibt in deinem Lebenslauf an, dass du keine Hobbies hast, wurdest aber auf zig Bungee Jumping Videos getaggt (auf deutsch markiert und verlinkt)… prima, den neuen Job kannst du vergessen, da dein Arbeitgeber schon mehr über dich weiß also du dir vorstellen kannst. Du brauchst eine bessere Krankenversicherung… in Sekunden weiß deine Versicherung dass du bereits mehrmals Krankenhäuser aufgesucht hast, demzufolge kann man diese leider (aus natürlich internen) diversen Gründen nicht genehmigen.

[dropcap ]D[/dropcap]as ist der Grund warum man Daten sammelt. Das ist der Grund warum Daten viel Geld wert sind. Das ist der Grund warum mich das so sehr aufregt… es ist eine Vorstufe zur Kategorisierung von Menschen. Ohne das wir es wissen.

Wie bereits erwähnt… “Staatsfeind Nr1” zeigte es bereits 1998… “Watch Dogs” zeigte es im Jahre 2014. Wie viele Hinweise benötigen wir noch um diese Entwicklung zu erkennen?

Und denk das nächste Mal darüber nach, wenn du auf Amazon nach neuen Schuhen Ausschau hälst und dir diese dann komischerweise auch auf Facebook eingeblendet werden. Es ist kein Zufall dass das möglich ist, es ist Absicht. Und diese Absicht ist nur ein Bruchteil von dem, was mit deinen Informationen gemacht werden kann!

photo credit: eltpics via photopin cc

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RonnyDee
RonnyDee"Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du bekommen, was du immer bekommen hast"
Ich blogge hier über alle Themen mit denen ich in Berührung komme. Möchtest du wissen, warum ich so denke was ich schreibe, dann findest du unter "Über mich" mehr Informationen über mich und mein Leben
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