Top
Sichtreise / Blog  / Achte auf deine Gedanken

Achte auf deine Gedanken

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. Talmud

 

In all meinen Jahren bin ich vielen außergewöhnlichen und einzigartigen Menschen begegnet. Jeder von ihnen spielte eine bedeutende Rolle in meinem Leben, die mich zu dem machten der ich heute bin. Keine einzige Person möchte ich missen und jede hatte im Nachhinein betrachtet eine gewisse Aufgabe für mich, die ich entweder gleich beim ersten Mal verstanden und akzeptiert habe oder eben erst beim zweiten oder dritten Mal. Ganz egal wie viele Anläufe man braucht, wichtig ist zu wissen dass es bei Problemen nicht an der gegenüberliegenden Person liegt, sondern stets an einem selbst. Eine Erkenntnis die bei den meisten Menschen eine erhebliche Abwehrreaktion hervorruft. Denn wie soll man selbst dran schuld sein, wenn das Gegenüber unfreundlich, inkompetent, überheblich oder beleidigend ist?

Nun, das hat mir rückblickend betrachtet auch sehr oft vor den Kopf gestoßen. Nämlich so sehr, dass ich vor lauter Zorn und Emotionen sogar gesundheitliche Probleme erfahren musste. Das ist wohlgemerkt keine Erfahrung die ich irgendjemandem wünsche. Die eigene Gesundheit, dessen auch bewusst zu sein, ist das höchste Gut das jede*r Einzelne von uns hat. Ängste, Zorn und Sorgen sollten deshalb niemals die Erlaubnis bekommen, die eigene oder auch eine fremde Gesundheit einzuschränken oder gar zu nehmen. Doch zurück zur Frage… wie soll man selbst daran schuld sein, wenn man jemandem begegnet der die tiefsten und negativsten Gefühle in einem auslöst?

Wer aufmerksam gelesen hat, wird feststellen dass ich dieselbe Frage zweimal anders gestellt habe. Und genau das ist der Grund für unser Denken und unsere Reaktion auf Situationen. Normalerweise fragen wir uns, was der/die Andere für ein Problem mit uns hat… oder auch was für ein grundlegendes Problem er/sie überhaupt hat. Dreht man aber die Sichtweise um und betrachtet sich selbst in all diesen Situationen, so stellt man sich nicht mehr die Frage des Problems des Gegenübers, sondern man stellt sich die Frage warum das Gegenüber bei einem selbst diese Gefühle und Emotionen auslöst. Diese Erkenntnis klingt oft absurd und weit hergeholt, deshalb versuche ich es etwas genauer zu erläutern.

Gedanken steuern unsere Worte…
unsere Worte werden zu unseren Handlungen…
diese werden zu unseren Gewohnheiten…
unsere Gewohnheiten werden zu unserem Charakter…
und der wird zu unserem Schicksal.

Wenn mein Gedanke jener ist, dass mein Gegenüber inkompetent und überheblich ist, so werden meine Worte dies unterstreichen. Man wird mit diesen Gedanken und Worten nicht mehr gelassen oder freundlich reagieren, sondern wird Konter bieten wollen. Man denkt sich, mit welchem Recht spricht mein Gegenüber so mit mir? Bin ich es nicht wert, dass man mir freundlich gegenübertritt? Mich mit Respekt behandelt? Mich nicht von oben herab behandelt? Und das ist der Gedanke hinter meinen Handlungen. Man zweifelt sich selbst an. Man ist gekränkt von der Situation und deren Emotionen die sie auslösen. Und es sind alleine die eigenen Gedanken die all das steuern. Und hinter all die Gedanken die bewusst und unbewusst in uns durch diese Situationen hervorgerufen werden, steht immer ein Grundgedanke: Angst oder Liebe. (vgl. Angst oder Liebe Post)

Es ist die Angst die uns in dieser Situation vorantreibt, weil wir der Meinung sind, dass wir eben mehr Respekt verdienen sollten. Wir haben Angst, der Respekt ist bei unserem Gegenüber nicht (ausreichend) vorhanden. Wir haben Angst, man könnte in die Rolle eines Kleinkindes schlüpfen, das von den Eltern zurecht gewiesen wird. Wir haben Angst, dass unsere Kompetenz die wir uns über Jahre angeeignet haben, plötzlich in Frage gestellt wird weil es das Gegenüber nicht versteht diese zu erkennen und/oder zuzulassen. Es ist die Angst, dass wir als Verlierer aus dieser Diskussion hervortreten und das womöglich völlig unbegründet. Es ist die Angst die unsere Gedanken, Worte und schließlich unsere Handlungen steuert. Nicht das Gegenüber. Nicht die Situation. Oder glaubst du etwas, dass jeder Mensch auf dieser Welt in genau der gleichen Situation ident handeln wird?

Du bestimmst die Situation und deren Ausgang. Und zwar ganz alleine mit deinem Grundgedanken. Angst oder Liebe

Wenn du von dir überzeugt bist, im Inneren genau weißt wer du bist und was du kannst (und das wohlgemerkt, wissen die wenigsten), dann wirst du den Grundgedanken der Angst gar nicht in Erwägung ziehen. Du wirst die Situation mit einer gewissen Ruhe betrachten und Zorn oder Ängste nicht im Entferntesten erfahren. Aus diesen Gedanken heraus werden deine Worte so gewählt werden, dass du sie ruhig und mit Überzeugung aussprechen kannst. Diskussionen finden gar keinen Nährboden und deine Handlungen konzentrieren sich eher auf dein Wohlbefinden als auf dein Gegenüber. Das ist der Grund warum manche Menschen ebenso reagieren wie man es erwarten würde und andere so dass es uns erstaunt.

Wenn man das jetzt so reflektiert, könnte man der Meinung sein, dass es logisch klingt. Genauso ist es auch, wenn man es erzählt bekommt und nicht direkt betroffen ist. Man nimmt diese Gedanken auf, verinnerlicht sie je nach eigener Verfassung und Gemütslage und stimmt eventuell mehr oder weniger zu. Desto mehr Situationen man damit verbindet, die positiv gestimmt waren, desto mehr innerliche Zustimmung findet man. Doch wehe, man findet eine Situation in der es primär um Emotionen geht/ging die mit dem Ursprungsgedanken der Angst gekoppelt sind. Dann werden wir das auch nicht mehr berücksichtigen oder dem Glauben schenken wollen.

Ein anderes Beispiel, das sehr deutlich zeigt wie Gedanken unseren Tag bzw. unsere Sichtweisen steuern.

Nehmen wir an, wir verschlafen um 30min in der Früh weil dem Wecker eingefallen ist, dass seine Batterien mitten in der Nacht der Saft ausgeht. Man ärgert sich über die Situation, steht mit einem extrem hohen Stresslevel auf, würgt sein Frühstück runter (sofern man eines isst – was ja auch komischerweise nicht so viele Leute tun), hetzt ins Bad, sucht Klamotten die man eventuell noch nicht die vergangenen Tage getragen hatte. Bemerkt dass diese nicht richtig gebügelt sind, ärgert sich wieder. Ab zum Auto, zurück zur Wohnung weil Handy vergessen. Fährt zur Arbeit wobei jede Ampel auf die man so trifft natürlich auf Rot umspringt und findet sowieso dass an diesem Tag doppelt so viele Verkehrsteilnehmer als üblich unterwegs sind.

Diese ersten ein bis zwei Stunden prägen unseren ganzen Tag. Man wird immer wieder Situationen ausfindig machen, die typisch für diesen Tag sind, weil er ja schon mit so einer “Begeisterung” gestartet ist. Bis zum Ende des Tages wird man noch mit viel nervigen Kollegen konfrontiert sein, alltägliche Arbeiten werden misslingen und man wird von seinem Stresslevel gar nie runterkommen und letztendlich erschöpft und zornig in sein Bett fallen. Und das alles nur wegen ein paar Batterien.

Nehmen wir denselben Tag mit dieser Situation her.
Doch diesmal ist unser Grundgedanken nicht der der Angst, sondern der der Liebe. Die Frage ist natürlich wie kommt man jetzt bei dieser Situation in den Grundgedanken der Liebe.

Ganz einfach, wir nehmen eine Tatsache zusätzlich an, die diesen Grundgedanken auslöst. Zum Beispiel könnte das eine Situation sein, dass der/die Lebenspartner*in nach langer Zeit heute Abend zurückkommt und man sich endlich wieder sieht. Oder das eigene Kind das eine schwere Krankheit hatte verlässt an diesem Tag das Krankenhaus. Oder man fährt am nächsten Tag in den langersehnten Urlaub den man schon so lange geplant und organisiert hat. Oder man besinnt sich auf etwas ganz einfaches aber doch nicht selbst verständliches: Auf seine eigene Gesundheit und der Tatsache dass man einen Job hat, dem man nachgehen kann um sich das Leben zu leisten, dass man eben mag. Und das eben jeder Tag etwas Besonderes ist.

Wenn man nun den Grundgedanken mit Liebe, anstatt Angst nährt, dann wird man nicht genervt von leeren Batterien sein. Man wird es hinnehmen und bestenfalls sogar darüber Lachen weil es ja irgendwie typisch ist, dass die Batterien mitten in der Nacht, anstatt am Tage ausgehen. (Ich versuche übrigens selbst über jedes Missgeschick früher oder später zu lachen – das erleichtert die Sache ungemein). Das Aufstehen wird ruhiger und man wird sich stets an diese Situation mit den Batterien erinnern und es lustig finden (jaaaa, das geht). Daraus ableitend wird man sich auch keinen Stress machen, denn man kommt ja so oder so zu spät… was wenn man statt 30min eben 60 oder 90min verschlafen hätte? Man sieht die Situationen und den Tag gelassen. Und auf der Arbeit wird man mit Humor über das Geschehene plaudern und sich womöglich einige Lacher von den Kollegen einheimsen. Im Laufe des Tages wird sich dieser wohl als einer der Lustigsten herauskristallisieren und man wird am Abend eventuell sogar Lust und Energie finden um den Abend mit Freunden ausklingen zu lassen. Und das alles nicht wegen ein paar Batterien… sondern wegen dem Grundgedanken.

Ich könnte nun noch viele Bespiele auflisten… dir werden womöglich genauso viele Argumente einfallen, warum es eben nicht so einfach ist. Das ist dein gutes Recht und es ist deine Wahrheit die dahinter steckt. Ich bin nicht hier um deine Wahrheit zu ändern, ich habe offensichtlich nur die Aufgabe (ohne dass ich es weiß oder initiiert habe) dir auch eine andere Sichtweise zu zeigen. Das kannst du annehmen oder auch nicht. Doch ein bestimmtes Zitat möchte ich dir mit auf den Weg geben:

Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du bekommen, was du immer bekommen hast. – Tony Robbins

 

Sehr treffend meiner Meinung nach.
Denn es ist unsere innere Einstellung und unser Vertrauen in unsere Fähigkeiten, die den Tag und auch herausfordernde Situationen gestalten. Nicht unsere Mitmenschen oder das sogenannte Schicksal. Wenn wir immer der Meinung sind, dass wir etwas „Besseres“ verdient haben, sei es Respekt, Anerkennung, Zeit, Momente, Freunde, Kollegen oder Situationen, dann werden wir auch stets das bekommen wo wir diesen Wunsch bestätigen können bzw. müssen: Sprich, ja wir haben eigentlich etwas Besseres verdient!

Gehen wir aber vom Besten aus, ohne Vorurteile und ohne eigene Zweifel oder Ängste, so werden wir jeden Moment als Bereicherung erleben. Egal wie dieser Moment aussieht.

Ach ja… ich behaupte übrigens nicht, dass ich dieses Denken zu jeder Zeit und an jedem Ort ohne weiteres anwenden kann. Das wäre glatt gelogen. Aber ich versuche es. Und das ist mehr, als wir von uns selbst mit unserer Vergangenheit und unseren Mitmenschen mit ihrer Vergangenheit erwarten dürfen. Erwartungen sind übrigens stets fehl am Platz. Erwartungen sind eine Vorstellung von einem selbst und werden von niemandem getragen oder erfüllt. Und wenn Erwartungen, selbstverständlicher Weise enttäuscht werden, dann sollte man sich die Frage stellen warum man eine Enttäuschung erfahren hat. Vielleicht war ja der treibende Gedanke dahinter einfach der falsche?

Ich wünsche dir von Herzen viele gute Gedanken mit diesem Beitrag.
Wenn er auch nur einen Menschen zum Nachdenken gebracht hat, so habe ich meine Aufgabe mehr als erfüllt.

Author Profile

RonnyDee
RonnyDee"Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du bekommen, was du immer bekommen hast"
Ich blogge hier über alle Themen mit denen ich in Berührung komme. Möchtest du wissen, warum ich so denke was ich schreibe, dann findest du unter "Über mich" mehr Informationen über mich und mein Leben
No Comments

Post a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Skip to content