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Geehrte Abgeordnete – Rettet (bitte) das Internet

Dieses E-Mail ging am 21. März 2019 an alle österreichischen Abgeordneten des EU Parlaments


Sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrter Abgeordneter,

sie kennen mich nicht, ich kenne sie mit Verlaub auch nicht. Doch irgendwie beeinflussen sie trotzdem das, was ich künftig noch tun darf und was nicht. Und der Grund warum ich ihnen diese E-Mail schreibe ist eigentlich ganz einfach und offensichtlich wohl auch nicht, denn sonst müsste ich das ja nicht tun.

Die geplante Urheberrechtsreform, über die sie sehr bald schon abstimmen dürfen, stößt uns Bürgerinnen und Bürgern sehr sauer auf. Und da sie uns, also mich, meine Lebenspartnerin, Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen und alle möglichen Menschen in Österreich vertreten, habe ich mir die Mühe gemacht und in sage und schreibe 30 Minuten alle ihre E-Mail Adressen unter www.europarl.europa.eu ausfindig gemacht. Und nein, ich bin nicht langsam… ihr Webserver war offensichtlich nur mit den vielen Anfragen, die auch andere Bürgerinnen und Bürger in der EU hatten, schlichtweg überlastet.

Trotzdem habe ich es nun bis in ihr Postfach geschafft.

Es mag nun sein, dass sie der Meinung sind, dass diese Reform den kleinen Bürger nicht betrifft. Es mag auch sein, dass man in der ehemaligen DDR eine Meinungsfreiheit hatte. Doch letztendlich wissen sie genauso gut wie ich, dass beide Tatsachen in irgendeiner Art und Weise doch nicht so ganz richtig sind und große Folgen für alle Beteiligten hatten. Und ganz ehrlich? Ich mag nicht darüber nachdenken ob ich bei meiner Meinungsäußerung sei es per Wort oder per Schrift irgendwelche Gesetze verletze. Das liegt nicht in der Natur des Menschen. Das blockiert freies Denken. Das blockiert Ideen und Innovationen. Und wenn wir Bürgerinnen und Bürger nur noch blockiert werden, dann möchten wir irgendwann auch nichts mehr dazu beitragen. Und wenn niemand mehr in unsere EU oder in unser Heimatland bzw. in unsere Gesellschaft etwas beiträgt, dann hat das alles keine Zukunft mehr. Sie haben unsere und auch ihre Zukunft in der Hand. Und wenn ihnen das als Argument nicht reicht, dann möchte ich ihnen sagen, dass sie auch die Zukunft ihrer Kinder und deren Kinder in der Hand haben.

Tatsache ist, dass wir nicht alle Politikerinnen bzw. Politiker werden können. Das möchten wir auch nicht. Dafür haben wir sie. Sie genießen unser Vertrauen egal welcher Partei sie angehören. Jedem das Seine. Doch erlauben sie sich vielleicht für einen Moment über den Tellerrand zu sehen und stellen sie sich gemeinsam für eine freie und innovative Zukunft Österreichs auf und stimmen sie dieser Reform nicht zu.

Wie es sich übrigens mehr als 5.000.000 Bürgerinnen und Bürger wünschen
https://www.change.org/p/stoppt-die-zensurmaschine-rettet-das-internet-uploadfilter-artikel13-saveyourinternet

Danke für ihre Aufmerksamkeit.

Beste Grüße aus Graz

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